Working Mom – meine ersten Tage im Job

Working Mom – meine ersten Tage im Job

Hi Babe,

es ist Freitag und ich habe die erste Woche im Job nach meiner Elternzeit hinter mir.

Wie es war?

Nervig, chaotisch, unangenehm.

Nervig, da ich eineinhalb Tage auf alles warten musste, um arbeitsfähig zu sein. Es war ja sehr spontan, dass ich nach 12 Monaten wieder arbeiten wollte?! So eine Zeitverschwendung und blöde Situation, wenn man wartet, wartet, aus dem Fenster guckt, hin und her geht, um zumindest persönlich mit Kollegen einige Themen zu klären, wieder wartet und dann doch schließlich wieder nach Hause fährt.

Chaotisch, weil es bei uns bei der Arbeit einfach immer chaotisch ist. Und jetzt – nach einem Jahr – gefühlt noch chaotischer.

Unangenehm, weil ich mich persönlich noch, wie zwischen zwei Welten fühle: einerseits emotional, harmoniebedürftig, uneigennützig. Andererseits willensstark, direkt und höchst rational. Ich muss erst einmal ankommen.

Wie ich mich fühle?

Abends fühle ich mich furchtbar. Immer, wenn ich meinen Sohn zu Bett bringe, heule ich Krokodilstränen. Ich habe das Gefühl, ich lege ihn für immer in seine Wiege und sehe ihn nie wieder. So langsam dringt auch das schlechte Gewissen durch, dass ich nicht mehr Geld habe, um zu Hause zu bleiben oder von zu Hause aus zu arbeiten. Seit zwei Tagen empfinde ich meine Abwesenheit von zu Hause als pure Zeitverschwendung. Jetzt  ist der Job im Vergleich zur Mutterrolle nichts mehr wert. Ist halt so. Trotzdem muss ich arbeiten. Und eigentlich liebe ich meinen Job. Ein furchtbares Gefühlsdurcheinander.

Tagsüber ist es leichter. Wenn ich dann einmal unterwegs bin, will ich mich amüsieren. Also höre ich laute Musik im Auto oder mein Hörbuch. Bei der Arbeit richte ich mich mit Smoothie und Tee gut ein. Außerdem freue ich mich auf meine Kollegen und gemeinsame Projekte. Je mehr ich reinfinde bzw. je mehr Aufgaben ich bekomme, desto mehr Spaß habe ich auch.

Bis ich wieder im Auto sitze und im Stau stehe oder eine Umleitung fahren muss und einfach nicht pünktlich zu Hause ankomme. Dann spüre ich wieder das Bedauern dieser Zeitverschwendung! Dann kommt die Sehnsucht. Dann könnte ich wieder heulen.

Was ich denke?

Ja Babe, es schmerzt. Es tut so weh. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass mir arbeiten bald wieder gut tut. Bis dahin kuschle ich mein Baby einfach jeden Abend zehnfach beim Zubettbringen und anschließend vergrabe ich mich in die Arme meines Mannes und heule mich in den Schlaf. Schluchz, schluchz, quengel, schluchz.

Guten Nacht, Schatz.

Deine Lima.

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